Das kostenlose Abonnement
(mit Bonusmaterial!)
anmelden abmelden
30.5.01
Fenster mit Blick zur Straße
("Ey Lyrik!" - Das unregelmäßige Gedicht. Unerwartet neu.)

Und als ich so am Fenster stand
Und als ich wieder nicht verstand
Was all die Menschen taten;
Sie liefen nur herum

Und Stund um Stund verging
Und ich verstand kein Ding
Was draußen so Besondres war;
Sie liefen ziellos hin und her

Und in dem Zimmer ists schön leer
Und nur ich und sonst keiner mehr
Waren draußen doch alle und keiner;
Sie liefen unten, ich lief oben herum

|Verlinken?|


28.5.01
Kaffeeland ist abgebrannt
(„Ey Welt!“ – Die wöchentliche Kolumne. Manchmal mittwochs neu.)

„Hast du die Kaffeemaschine ausgestellt?“ - „Ja.“ - „Wirklich?“ - „Ganz bestimmt habe ich sie ausgestellt.“
Oder doch nicht? Brutzelt sie vielleicht wirklich schon seit einigen Stunden vor sich hin, die tickende Zeitbombe in Form einer Kaffeemaschine? Beginnt zu brennen? Überträgt das Feuer auf das Regal? Die Wand? Den Fußboden? Die Wohnung? Und vielleicht steht schon jetzt das gesamte Haus in Flammen!

„Ähh“, sage ich zu meiner Freundin, „so sicher bin ich mir eigentlich doch nicht. Es kann unter Umständen, vielleicht, aber eigentlich glaube ich ja gar nicht daran, möglicherweise schon, aber andererseits bin ich mir so gut wie sicher, dass ich sie ausgemacht habe.“

Und schon schrillen die Alarmglocken. Schon sieht man diverse Feuerwehrfahrzeuge vor seinem geistigen Auge, die vor dem heißgeliebten Mehrfamilienhaus vorfahren, diverse Löschwagen, Schaulustige, die sich um die besten Plätze prügeln, von welchen sie beobachten können, wie herrlich schön doch das Haus in Flammen steht. Und vor allen Dingen Flammen. Feuer. Rauch und Qualm! Und das alles wegen einer angelassenen Kaffeemaschine.

Die Eltern meiner Freundin hatten eigentlich vorgehabt, einen Rauchmelder in unserer Küche anzubringen. „Nur für den Fall, dass irgend etwas Flammen fängt“, haben sie gesagt, „wir haben auch einen Rauchmelder in der Küche.“

Aber meine Freundin und ich fanden das albern, und besonders hilfreich ist ein Rauchmelder ohnehin nicht. Die geliebten Nachbarn würden viel eher vor der verschlossenen Wohnungstür stehen und klopfen, weil sie sich vom Piepen des Rauchmelders gestört fühlen würden, als dass sie den Rauch und die Flammen (diese riesigen, hitzigen, rot-gelb-orangenen Flammen!) bemerken würden.

„Verdammte Ruhestörung!“, würden sie schimpfen. „Kann ich nicht einmal in Ruhe meinen Mittagsschlaf halten? Könnten Sie gottverdammtnochmal ihren Rauchmelder ausschalten? Ich will schlafen!“

Und sie würden weiter an die Tür klopfen, und sie würden keifen, brüllen und schreien. Nur den Rauch, den Qualm und die Flammen würden sie übersehen. Immerhin hätten sie wieder einmal einen dieser vermaledeiten Krachmacher ausfindig machen können.

Zurück in der heimischen Wohnung und zurück in der Küche, in der die Kaffeemaschine steht. Natürlich war sie ausgeschaltet. Ist doch immer so. Schon wieder war alle Panikmache umsonst.

„Soll ich eine Kanne Kaffee aufsetzen?“, frage ich meine Freundin am nächsten Morgen.
„Gerne“, antwortet sie.
„Bist du dir auch ganz, ganz sicher?“, frage ich weiter und sehe sie mit einem halb verzweifelten Gesichtsausdruck an.

Man glaubt ja gar nicht, was für Gefahren in einer Kaffeemaschine lauern können. Nein, das glaubt man gar nicht.

|Verlinken?|


27.5.01
Zweiköpfige Katzen und dreiäugige Smileys im Mainstreamland
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Habe ich wirklich darauf gewartet? Dass jemand auf die Idee kommt, eines meiner Lieblingscomics zu verfilmen? Dass jemand etwas vollständig Kommerzielles daraus machen will?

Die Comicserie „Transmetropolitan“ von Warren Ellis soll laut Angaben von Comicgate auf Screenblast.com verbraten werden – als kleine Zeichentrickfilmchen, bei denen die Hauptfigur, der Journalist Spider Jerusalem, von niemand geringerem als Patrick Steward (Raumschiff-Enterprise-Kapitän Jean Luc Picard) gesprochen wird.

Und über einen Hollywoodfilm denken wichtige Leute auch gerade nach. Robin Williams würde gerne den Zeitungsverleger des Kolumnisten Spider Jerusalem spielen.

Mein Beileid: Je populärer etwas wird, desto mehr wird auch die Qualität darunter leiden. Ganz bestimmt.

Ach ja: Der verantwortliche Comicautor Warren Ellis hat einen weiteren Auftrag an Land gezogen – er soll für MTV eine Zeichentrickserie zeichen. Willkommen im Land der Kommerzkapitalisten. Und möge die Qualität darunter nicht allzu sehr leiden.

Dabei hat sich Ellis unter anderem auch in der 31. US-Ausgabe von „Transmetropolitan“ über die Kommerzialisierung lustig gemacht: Spider Jerusalem als Protagonist in einer Kinderzeichentrickserie, Spider Jerusalem in einer Actionserie, Spider Jerusalem als Pornostar in Erwachsenenfilmen – überall der Protagonist von „Transmetropolitan“. In jeder billigen Fernsehserie. Und irgendwann auch als Actionfigur in ihrem „Happy-Meal“-McDonalds-Fraß.

In diesem Sinne: Guten Appetit.

Nachtrag: Hier gibt es das Transmetropolitan-T-Shirt, hier die Spider-Jerusalem-Brille und hier die dazugehörige Action-Figur. Willkommen im Mega-Marketing-Müll.

|Verlinken?|


26.5.01
Ich kam, sah, verfaulte
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

So ein schönes, langes Wochenende! Da könnte man doch endlich einmal etwas machen, was einen weiterbringt. Ein schönes Buch lesen zum Beispiel. Sich weiterbilden. Etwas schreiben. Ein Bild malen. Die Wohnung aufräumen. Man könnte Bäume ausreißen!

Doch leider, leider, leider ist der Mensch an und für sich faul, und die Firma "Despair, Inc." scheint unter anderem auch daraus Profit schlagen zu wollen. Eine Plakatserie, die demotivieren soll, hat sie bereits herausgebracht, und wer möchte, kann sich die aufbauenden Motive über das Internet bestellen.

"Es könnte sein, dass der einzige Sinn deines Lebens darin besteht, eine Warnung für andere zu sein", steht zum Beispiel unter einem Bild, auf dem gerade ein Schiff untergeht, und der Text "Wenn dein Bestes nicht gut genug ist" unter einem gescheiterten Sportler scheint wohl genauso aufbauend.

Nein. Kein schönes Buch werde ich an diesem Wochenende lesen. Keine elendige Weiterbildung. Nichts, aber auch gar nichts werde ich schreiben. Kein Bild malen. Und soll die Wohnung doch verdrecken! Völlig unmotiviert bin ich jetzt. Ich werde so lange vor dem Fernseher sitzen, bis ich vollständig von Spinnweben umhüllt bin. Jawohl.

|Verlinken?|


24.5.01
Alle guten Menschen sind tot
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Und nun hat es auch Douglas Adams erwischt. Viel zu früh hat er den Sinn des Lebens erfahren müssen, denn mit 49 Jahren ist es nun wahrlich noch nicht Zeit, mit dem Handtuch in fernere Dimensionen zu reisen. Was für Bücher hätte er noch schreiben können? Vielleicht eine Fortsetzung zu "Starship Titanic"?

Doch was er zurückgelassen hat, ist auch nicht zu verachten. Seine fünfteilige "Per-Anhalter-durch-die-Galaxis"-Trilogie hat ihm eine große Fangemeinde beschert, und wer die Romane nicht lesen möchte, kann sie auch spielen. Hier kann der interessierte Weltenreiser das Text-Adventure spielen.

Und hier kann er die stetig wachsende Online-Ausgabe des Reiseführers "Per Anhalter durch die Galaxis" lesen und mit Artikeln über das Leben, das Universum und den ganzen Rest bereichern.

|Verlinken?|


Aufgenommen in die große, weite Welt
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Hallo. Vielen Dank erst einmal an den Schockwellenreiter und Sean, dass sie mich in die große, weite Bloggerwelt aufgenommen haben. Nur: Ist meine Homepage (bis auf dass sie mit "Blogger" gemacht wurde) überhaupt ein Weblog?

Denn neben der Kolumnen veröffentliche ich nur hin und wieder einen Surftipp. Ist also gar kein Weblog? Oder doch? Ich logge doch gar nicht mit, was ich im Internet gemacht habe?

Außerdem brauche ich endlich mal wieder eine Flatrate! Seitdem ich umgezogen bin, lässt DSL auf sich warten. So eine verdammte Scheiße. Tschuldigung. Musste nur mal meinen Frust loswerden. Call-by-Call-Angebote werden mich noch mal arm machen.

(Und Blogvoices scheint auch nicht mehr zu gehen. Mist. Mist. Mist. Aber ist wohl nur die dämliche Geburtstagsstimmung, die mir von gestern wieder hochkommt.)

|Verlinken?|


22.5.01
Macht kaputt, was Euch kaputt anlacht
(„Ey Welt!“ – Die wöchentliche Kolumne. Jeden Mittwoch neu. Diese Woche ausnahmsweise am Dienstag.)

Wie wertvoll darf etwas gerade noch aussehen, damit niemand in Versuchung gerät, es zu klauen? Und wie schäbig darf etwas wirken, damit die Städtische Müllabfuhr nicht gnadenlos zuschlägt?

Ich lebe in einer mittelgroßen Kleinstadt, in der eine Verbrechensquote fast nicht vorhanden und statistisch auch kaum nachzuweisen ist – eigentlich gibt es hier gar kein Verbrechen, nein, Verbrechen gibt es in dieser schönen, konservativen Stadt ganz bestimmt nicht.

Und in dieser schönen, mittelgroßen Kleinstadt sind einem Freund von mir innerhalb eines Jahres insgesamt fünf Fahrräder gestohlen worden, und auch, als er mir neulich erzählte, dass er schon wieder fahrradlos sei, erstaunte mich das zunächst nicht. Doch dann kam seine Geschichte, und diese Geschichte hatte nichts mit den alltäglichen Langfingern und Fahrradfetischistenverbrechern zu tun.

Ich hätte mich eigentlich auch sehr gewundert, wenn jemand sein aktuelles Fahrrad geklaut hätte – mein Freund hatte sich nämlich ein extra schäbiges, stark gebrauchtes Rad angeschafft, das aber wirklich sowas von verbraucht aussah, damit auch wirklich niemand auf die Idee kommen konnte, es mitgehen zu lassen.
„Und hat es jetzt doch jemand geklaut?“, fragte ich ihn, obwohl ich das selbst nicht glauben wollte. Ich hätte seinen verrosteten Drahtesel selbst geschenkt nicht haben wollen.
„Nein, natürlich nicht“, antwortete er, „wer würde diese Fahrrad klauen wollen?“
Ja, wer denn nun?
„Also, es war so“, begann er seinen Bericht, „ich stellte mein Fahrrad ganz normal ab. Und als ich nach ein paar Stunden wiederkam, war es weg.“
Ach! Schon klar. Das wusste ich ja nun schon. Aber wie, um gotteswillen, ist es verschwunden? Wie?
„An diesem Tag war in dieser Straße Sperrmülltag, und einige Anwohner stellten ihren Müll direkt zu meinem Fahrrad.“
Sah ja nun auch wirklich etwas müllig aus, das gute Ding. Aber so unbrauchbar schaute es nun auch wieder nicht aus.
„Und dann haben die Müllmänner mein Fahrrad zur Mülldeponie gebracht und haben es zu einem handlichlen Würfel eingequetscht.“

Wie billig darf nun also etwas aussehen, damit es nicht für wertlosen Kram gehalten wird? Nicht, dass die Müllabfuhr morgen früh durch alle Straßen fährt und jedes dritte Auto abtransportiert, um es zu zerquetschen.
„Mit diesem Auto fährt doch niemand mehr“, werden sie sich dann denken, „mit solch einem Schrotthaufen? Kann sich doch niemand vorstellen. Also weg damit! Ab in die Quetsche mit diesem Autowrack.“
Nur die Umweltschützer würden sich daraufhin freuen: Endlich gäbe es fast autofreie Straßen - Stadtreinigung sei dank.

Eines möchte ich mir jedoch ganz und gar nicht vorstellen: Was, wenn die Städtische Müllreinigung darüber urteilt, ob ein Haus bewohnbar ist oder nicht?
„In solch einem Haus wohnt doch niemand mehr. Kann sich doch niemand vorstellen. Also weg damit! Holt schon mal die Abrissbirne für diese Bruchbude, Jungs.“
Und dann würde jedes dritte Haus fehlen. Waren alle unbewohnbar. Mussten alle abgerissen werden. Konnte man nichts mehr machen. Wirklich nicht.

|Verlinken?|


20.5.01
Die Wahrheit über Ottos Mops
(„Ey Click!“ – Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Es bleibt mir gar nichts anderes übrig, als schonungslos zuzugeben, dass ich eine riesige Angst vor Hunden habe. Selbst wenn ich sie nicht zugeben würde, man würde meine Angst bemerken. Dabei ist es mir auch völlig egal, wie groß diese Kleffer sind – selbst vor winzigen Zwergpinschern habe ich Angst, denn gerade die könnten sich ja irgendwo festbeißen und mich verletzen.

Aber eigentlich stimmt es ja auch: Je größer der Hund, desto größer auch die Angst. Kampfhunde sind mir besonders angsteinflößend, besonders die, die einen Maulkorb tragen. Durch den Maulkorb könnten sie sich ganz bestimmt irgendwie durchfletschen. Ganz bestimmt.

Aber vielleicht steckt ja auch ein wenig Wahrheit in folgender Redewendung: Hunde, die pupsen, beißen nicht. Und deshalb hilft mir diese Homepage ganz bestimmt auch beim Angstabbau. Ganz, ganz, ganz bestimmt!

|Verlinken?|


17.5.01
Schwabbelpos in Wildtierzoos
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jeden Mittwoch neu. Diese Woche donnerstags.)

Neulich hat mir jemand nachgepfiffen. Toll, habe ich mir gedacht, endlich einmal jemand, der auch der Meinung meiner Freundin ist. Meine Freundin findet, dass ich einen knackigen Po hätte, aber ich selber weiß, dass mein Po eher schwabbelig-unsportliche Ausmaße hat.

Vielleicht sollte ich wirklich einmal etwas für meinen Po tun, damit dieser nicht mehr bis fast zum Boden herunterhängt. Sport zum Beispiel! Oh ja, ich sollte mich unbedingt einmal sportlich betätigen, damit mein Po endlich die knackigen Ausmaße bekommt, die er haben sollte.

Aber Moment! Wieso eigentlich? Immerhin findet ihn meine Freundin schön, und das ist ja wohl das Allerwichtigste. Und außerdem hat mir jemand nachgepfiffen. Toller Po, wird das wohl geheißen haben. Also schnell weg mit den Sportgedanken. Beim Sport verletzt man sich, bricht sich ein- bis zwei Beine, ist häufiger in einem Krankenhauszimmer als in seiner heimeligen Wohnung, und außerdem stinkt man immer so, wenn man sich sportlich betätigt. Nein, kein Sport. Wird schon stimmen, dass mein Po knackig aussieht. Zwei Meinungen können sich nicht irren.

Doch eigentlich zählt, wenn ich es recht bedenke, nur die Meinung meiner Freundin. Wer mir hinterhergepfiffen hat, pfeift jedem hinterher: Tagein, tagaus beobachtet ein Papagei die Menschen, die an seinem Fenster vorbeilaufen und pfeift jedem gottverdammten Passanten einen kräftigen Pfiff hinterher. Und bei geöffnetem Fenster hört man sein tierisches Pfeifen über die gesamte Straße hinweg.

Also noch einmal die Frage, ob ich etwas gegen meinen Schwabbelpo machen sollte. Und die Antwort, dass alles so bleibt, wie es ist. Erstens ist die Meinung meiner Freundin die entscheidende Meinung, und zweitens nervt mich schon die Vorstellung daran, regelmäßig die Sportbank drücken zu müssen. Da finde ich die Vorstellung schon viel lustiger, einen sexistisch-sabbernden Papagei dabei zu beobachten, wie er alten, gebrechlichen Omas nachpfeift, die sich mit prall gefüllten Einkaufstüten über die Straße mühen. Sexy, wird er sich denken, der voyeuristische Papagei. Und dann wird er ihnen hinterherpfeifen.

|Verlinken?|


10.5.01
Schiss vorm Schweben
(„Ey Click!“ – Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Wenn Sie auf Grund eines Flugzeugabsturzes Verwandte, Freunde oder Bekannte verloren haben sollten, wäre es nicht verwunderlich, wenn Sie nur noch mit Widerwillen in einen Flieger steigen würden. Bei den anderen, vielen Flugzeugphobikern ist es jedoch eher unbegreiflich, weshalb sie Schiss vorm Schweben haben – die Wahrscheinlichkeit, dass gerade ihr Pauschalreisenflugzeug wie ein Stein zum Erdboden rast, sind wohl doch eher sehr unwahrscheinlich.

Aber erzählen Sie das einmal jemandem, der einen guten Freund durch einen Flugzeugabsturz verloren hat. Da helfen dann auch die besten Statistiken nichts, wie zum Beispiel die der Homepage „AmIGoingDown.com“. Dort kann der Skeptiker berechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sein angestrebter Flug abstürzen wird.

Runter kommt man natürlich immer, doch manchmal leider nicht in ganzen Stücken.

|Verlinken?|


8.5.01
Wenn Königstinte aus der Nase tropft
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jeden Mittwoch neu.)

Kennen Sie das Gefühl, auf dem Schlauch zu stehen? Einem Gespräch nicht mehr folgen zu können? Völlig gedankenverloren zu sein? Peinlich, peinlich. Ich kenne dieses Gefühl nur allzu gut.

Ich saß mit ein paar Freunden zusammen, und wir unterhielten uns über Krankheiten, obwohl wir uns eigentlich bester Gesundheit erfreuen.
Ganz ernsthaft erzählte ein Freund in diesem Zusammenhang davon, dass ihm als Kind seine Polypen entfernt wurden. „Nach der Operation“, so fabulierte er, „hat mich der Arzt gefragt, ob ich die Polypen mit nach Hause nehmen will, damit ich sie in einem Aquarium unterbringen und jeden Tag beobachten kann.“

Gut, dachte ich mir. Er kommt aus Ostfriesland – andere Länder, andere Sitten. Ich stellte mir vor, wie sich die Polypen im Aquarium wohlfühlten, das heimische Gewässer mit ihren kleinen Fühlerchen unsicher machten und wie mein Freund sie fasziniert beobachtete.

Meine Freundin erwähnte dann, dass ihr ebenfalls die Polypen entfernt worden sind, als sie noch ein Kind war. „Wahrscheinlich“, erklärte der seemannsgarnspinnende Ostfriese daraufhin, „warst du mit deinen Eltern kurz vorher an der See." Polypen können sich nämlich, so spann er seinen Seemannsgarn überzeugend weiter, nur in der Nase ihres Opfers einnisten, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen – und das geht natürlich nur, wenn sie hineinschwimmen können, also in Nord- oder Ostsee zum Beispiel.

Und was tat ich in einem Zustand völliger Gehirnschläfrigkeit? Ich fragte vollkommen ernsthaft, ob meine Freundin die Polypen auch mit nach Hause genommen hätte und ob sie die Tiere auch im Aquarium beobachtet hat.

Ja, ich kenne dieses Gefühl, auf dem Schlauch zu stehen, nur allzu gut. Und wussten Sie schon, dass blaue Königstinte aus Ihrer Nase laufen könnte, wenn Polypen Ihren Körper befallen haben? Ach, das wussten Sie nicht?

|Verlinken?|


6.5.01
Alles neu? Macht der Mai?
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Es ist still geworden um Ombas. Aber zum Glück lebe ich noch, ich hatte nur einen kleinen Fast-Schon-Scheintod (sprich: Umzug), doch jetzt ist alles wieder in bester Ordnung. Ab Mittwoch wird es auch wieder "Ey Welt!" geben ("jeden mittwoch neu" - ja, wirklich: diesen Mittwoch wieder neu, ganz bestimmt), und es wird nie, nie, nie wieder eine so lange Unterbrechung geben. Hoffentlich. Und versprechen kann ich das natürlich auch nicht. Aber man kann ja immer noch hoffen.

|Verlinken?|