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30.8.01
Nikotin im Blut
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jeden Donnerstag neu.)

Ich rauche nicht. Den Glimmstängel, den ich gerade in meinen Fingern halte, übersehen Sie mal besser. Ich bin nämlich notorischer Nichtraucher. Jawohl.

Früher! Früher habe ich geraucht, aber das ist schon lange her. Doch auch früher habe ich nicht viel gequalmt. Immer, wenn ich mit Freunden weggegangen bin, habe ich mir ein paar Zigaretten geschnorrt. Und dann bin ich immer öfter weggegangen. Und der Gruppenzwang war groß. Man musste halt rauchen, war halt so.

Und demzufolge habe ich früher wohl doch sehr viel geraucht und meinen Körper durch Nikotin zerstören lassen. Denn irgendwann bin ich so gut wie jeden Tag in meine frühere Lieblingsdiscothek gegangen und habe demzufolge jeden Tag mehrere Zigaretten geraucht. Skandal!

Aber heute? Heute bin ich häuslich geworden, gehe nur noch gelegentlich abends aus und rauche eigentlich nur noch, wenn ich gestresst bin. Und genau deshalb rauche ich eben gerade.

Eine Zichte nach der anderen - gleich ist die erste Packung ausgeraucht. Ich stelle mir gerade vor, wie kleine Nikotinkerlchen inklusive Schutzhelmen meine Lunge bevölkern und mit winzigen Presslufthämmern Schaden anrichten. „Hey Jungs“, könnten sie sich zurufen, „gleich ist es soweit. Gleich hat die Lunge Krebs, und unsere Mission ist erfüllt. Und dann geht´s endlich in unsere wohlverdiente Mittagspause.“

Und hoffentlich wird das bloß nicht eintreten. Ich will nämlich nicht an Krebs sterben, sondern im besten Fall an Altersschwäche. Doch man ist nun leider einmal vor nichts sicher.

Vielleicht ist das ja auch der Grund dafür, dass etliche Jugendliche in der Stadt nach mehr oder weniger genüsslichem Rauchen zu spucken anfangen. Besonders an Bushaltestellen prusten sie wie Lamas ihre Körperflüssigkeiten heraus, wobei kleine Spuckhäufchen entstehen. Und je länger sie auf einen Bus warten müssen, desto größer werden auch die Haufen an Körperflüssigkeit.

Vielleicht wollen sie ja einfach nur die kleinen Nikotinkerlchen mit den Schutzhelmen und den Presslufthämmern herausspucken. „Achtung, Vorsicht“, könnte der Nikotinanführer seinen Arbeitskollegen zurufen, „jetzt wird es brenzlig. Ich glaube, wir sollten die Mittagspause ein wenig verschieben.“ Und dann würden sie sich mit allen Kräften an den Lungenflügeln festhalten, damit sie nicht aus dem geliebten Körper gespuckt werden.

Eine naive Vorstellung von Krebs, schon klar. Aber schön wäre es schon, wenn man die Gefahrenquelle einfach herausspucken könnte. Ich habe zur Vorsorge schon einmal ein ganzes Wasserglas ausgerotzt. Vielleicht ist ja doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem bildlichen Verständnis vom menschlichen Körper. Sicher ist schließlich sicher.

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29.8.01
Microsoft auf Abwegen: Bill Sander meets Jil Gates
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen, selbst wenn er einer der reichsten Männer der Welt ist. Und so steht er dann da, unser Bill. Ganz so, wie ihn Gott erschaffen hat.

Und soll man ihn so stehen lassen? Nachher holt er sich noch was, wird krank, bekommt eine Grippe. Das sollte doch nun auch nicht sein, immerhin schmeißt er einen Laden wie Microsoft. Und wenn Billy kränkeln würde, wäre das Managment eher schlecht zu bewerkstelligen.

Also rangesetzt an die "Gates-O-Matic" und dem Softwaregiganten das passende Outfit herausgesucht. Ein Propellerhütchen vielleicht? Ein Astronautenhelm? Oder vielleicht sogar hochhackige, rosa Damenschühchen? Und gerade die stehen dem Quasi-Monopolisten doch ganz vorzüglich. Exquisit, geradezu.

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28.8.01
Kritik der feinen Vernunft
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Was lange währt, wird endlich gut, heißt es im Volksmund. In Wirklichkeit jedoch stimmt diese Weisheit ganz und gar nicht: Je weiter man etwas aufschiebt, desto peinlicher ist es, wenn man etwas verspätet veröffentlicht, was andere längst schon haben. Und dann ist man auch noch so rotzfrech, das Ganze großmundig als eine Neuheit anzukündigen.

Also dann. Jetzt neu auf Ombas: Reblogger! Damit man mich kritisieren kann. Macht mich fertig. Ihr habt die Möglichkeit dazu.

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23.8.01
Die eilige Schrift
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jeden Donnerstag neu.)

„Kannst du das überhaupt noch lesen?“, fragte mich neulich jemand, der mir ungefragt über die Schulter lugte und mein Schriftbild beäugte. Also gut, dachte ich mir, ich gestehe: Ich habe eine Schlechtwetterschrift. Eine Krakelkralle. Eine eigene, selbst erfundene Schrift, dem Steno nicht ganz unähnlich.

Dann aber dachte ich mir, dass doch alles in Ordnung ist, solange ich mein Geschmiere selber entziffern kann. Was braucht man überhaupt noch Stift und Papier, wenn man sowieso fast alles mit dem Computer erledigen kann?

Ich kann mit zehn Fingern tippen und das sogar in einer beachtlichen Geschwindigkeit. Die Buchstaben fliegen nur so in den Computer hinein und landen ein paar Minuten später in schönster Druckschrift auf einem Blatt Papier.

Und auch mit einem Kugelschreiber bewaffnet haue ich mein Geschreibsel nur so auf den Notizblock. Sagenhaft schnell geht das, kann ich Ihnen sagen. Nur leider kann ich meistens selbst nicht mehr lesen, was ich auf den Zettel getextet habe. Moderne Kunst ist nichts dagegen. Ein paar Kringelchen hier, ein durchgestrichenes Durcheinander da, ein paar Randbemerkungen, die ebenfalls nicht im Bereich des Lesbaren sind, und fertig ist ein Blatt, das mehr Fragen stellt als ein Quizmaster im Fernsehen.

„Was soll das denn nun schon wieder heißen?“, frage ich mich manchmal selbst, wenn ich meine eigenen Notizen betrachte. War ich betrunken, als ich das geschrieben habe? Oder hatte ich gar einen epileptischen Anfall?

Es ist mir auch schon öfter als einmal passiert, dass ich einen Beleg mehrmals unterschreiben musste, als ich mit meiner Eurocheckkarte bezahlt habe. „Entschuldigung“, haben mir schon einige Kassiererinnen und Kassierer gesagt, „aber könnten Sie Ihren Namen noch einmal schreiben? Das geht so nicht.“

Ich habe die dumme Angewohnheit, dass ich die ersten Buchstaben meines Nachnamen schreibe und dann einfach einen langen Strich weiterziehe. Faulheit nennt man das. Was soll ich ihn auch ausschreiben, meinen Namen? Interessiert doch sowieso niemanden, wie ich heiße.

Und beim Bezahlen an der Kasse muss es schließlich schnell gehen. Sind nämlich noch andere Kunden hinter mir, die an die Reihe kommen wollen. Ich bin halt ein rücksichtsvoller Mensch, und deshalb kritzle ich meinen Namen möglichst schnell in Form von Hieroglyphen auf den Beleg. Die Wartenden hinter mir haben schließlich nicht vor, ihre gesamte Freizeit in der Warteschlange irgend eines Supermarktes zu verbringen.

Und was bleibt mir nun? Von einer Schönschreibschule habe ich noch nie gehört, geschweige denn würde ich solch ein Institut besuchen, wenn es etwas so Schwachsinniges geben würde. Auch möchte ich nicht wieder ins Grundschulalter zurückfallen, in dem ich diverse Schreibübungen durchexerzieren musste, so wie alle anderen Kinder auch.

Das einzig Sinnvolle wäre ein tragbarer Computer mit kleinem, integriertem Drucker. Dann könnte ich alle Kugelschreiber aus meinem Leben verbannen und sorgenfreier durch das Leben wandern. Keine Tintenflecke mehr auf den Fingern oder am Hemd oder sonstwo, wo man aus Versehen mit dem Schreibgerät hinkommen könnte. Niemand mehr, der nervige Fragen á la „Kannst du das überhaupt noch lesen?“ stellt.

Einfach nur ein Tastendruck, ein paar Sekunden Druckgeräusche, und alle wären glücklich. „Hier“, würde ich dann sagen, „das habe ich gerade geschrieben. Und du kannst es garantiert lesen. Wie findest du es?“ Ich fange schon einmal an zu sparen, um mir diese Multimedia-Innovation leisten zu können.

Bis dahin übe ich mich in Ägyptologie. Vielleicht hilft mir der Umgang mit Hieroglyphen ein wenig, um meine eigene Schrift besser entziffern zu können. Und vielleicht stamme ich ja auch einer alten, ägyptischen Familie aus grauer Vorzeit ab, die dank ihrer schönen Schrift in die Ruhmeshalle der Geschichte aufgenommen wurde. Sehr wahrscheinlich ist das aber leider nicht.

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17.8.01
Nicht mittendrin statt live dabei
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Letztes Wochenende Bayern und dieses Wochenende der Niederrhein. Musik, Musik, Musik! Und was bietet er diesmal, der Internetlivestream? Eine der wohl größten Veranstaltungen Deutschlands - das Bizarre-Festival.

Das Lineup hält unter anderem Foo Fighters, Prodigy, Thomas D., Stone Temple Pilots, Green Day und wieder einmal die Donots bereit.

Live dabei zu sein wäre natürlich viel, viel schöner. In diesem Sinne ein paar eifersüchtige Grüße an meinen Bruder, der sich eben gerade irgendwo in dieser riesigen Menge aufhalten müsste.

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16.8.01
Was der Cineast hasst oder Klingeltöne greifen an
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jeden Donnerstag neu.)

„Ein schöner Tag!“, denke ich mir und flaniere durch die Innenstadt. Ob ich mir ein Eis gönne? Alles ist schön, sogar das Wetter spielt ausnahmsweise mit. Doch plötzlich klingelt es direkt vor mir. Ich hasse Handys! Kann ich nicht ein einziges Mal in meinem Leben durch die Stadt gehen, ohne dass ich durch lautes Telefongebimmel gestört werde?

Ich wollte mir nie ein tragbares Telefon kaufen, mit dem ich immer erreichbar sein würde. Wer will schon ständig angerufen werden? Und schon klingelt es in den peinlichsten Situationen. Im Restaurant. Beim Einkaufen. Im Bus.

Ich hasse es, wenn Menschen im Bus zu telefonieren anfangen. Jedes einzelne Wort kann der neugierige Voyeur belauschen. Und kein Weg führt daran vorbei. Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht wissen, wer wen besuchen will oder wer sich mit wem verkracht hat. Mir sind fremde Telefongespräche ganz und gar egal. Meistens jedenfalls. Es kommt eben immer darauf an, wie spannend die Informationen sind, die der eine dem anderen übermittelt.

Und oft telefonieren die Handymenschen im Bus in einer solchen Lautstärke, dass es schon fast ein wenig peinlich ist. Schreien in ihr Telefon, was sie herauszubrüllen haben. Und manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass diese geliebten Mitmenschen auch wirklich wollen, dass man ihnen zuhört. Exibitionisten terrorisieren die Innenstadt, ich habe es schon immer gewusst.

Am Schlimmsten aber sind Handys im Kino. Der schönste Film läuft seit einigen Minuten. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Der Superheld ist einer brenzlichen Situation, aus der er sich wohl nicht so einfach befreien kann. An einen Stuhl gefesselt, der über einem Wasserbecken voller Piranhas hängt. Und das in einem Zimmer, das in wenigen Sekunden in die Luft gesprengt wird. Dazu vielleicht noch Schlagermusik. Eine Horrorvorstellung!

Der Kinozuschauer ist voll und ganz in seinem Element. Mit sperrangelweit aufgerissenen Augen beobachtet er das Geschehen auf der Leinwand und verfolgt die Leiden des jungen Superhelden. Die Situation im Film wird immer dramatischer. Der Stuhl senkt sich immer weiter in Richtung Piranhabecken herab, die Schlagermusik wird immer lauter und die bissigen Fischchen wittern die vermeintliche Beute. Und das in Großaufnahme.

Und gerade, als es so richtig spannend wird, klingelt irgendwo ein paar Reihen vor mir ein Handy und verdirbt den gesamten Filmspaß. Wieder einmal ein Beweis dafür, weshalb Handys hassenswerte Objekte sind.

Und als ich nun wieder einmal durch die Stadt flaniere und als wieder einmal ein Handy vor mir klingelt, und als ich mich wieder einmal furchtbar darüber aufrege, passiert etwas, was mir eine Lektion sein sollte.

Meine Freundin kann mein Gezeter über Handys in der Öffentlichkeit schon lange nicht mehr ertragen, und auch an diesem Tag hört sie eher weg als mir zuzuhören. „Handys sollte man verbieten!“, keife ich. „Oder eine saftige Steuer auf die Handybenutzung legen. Das schreckt ab.“ Und plötzlich klingelt mein eigenes Handy. Vielleicht sollte ich nicht ganz so große Worte hinausposaunen, wenn ich weiß, dass mein eigenes Handy angeschaltet in meinem Rucksack liegt.

Auch ich musste mir natürlich ein Handy kaufen, um erreichbar zu sein. Man kommt ja leider nicht drum rum. Und nun klingelt es natürlich auch bei mir in etlichen peinlichen Situationen. Im Restaurant. Beim Einkaufen. Im Bus. Und manchmal auch im Kino.

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11.8.01
Zünftige Musi aus Bayernland
("Ey Aktuell!" - Die aktuelle Nachricht. Immer wieder neu.)

Der Bayerische Rundfunk trumpft auf. Per Videolivestream überträgt der Auslandsfernsehsender das "Taubertal Open Air" mit etlichen Bands, die selbst den härtesten Bayern aus der Lederhose reißen.

Donots, H-Blockx, New Model Army, Project Pitchfork live on stage. Fast das gesamte Lineup lässt sich auch von zuhause aus beobachten, doch vereinzelt gibt es Löcher in der Festivalübertragung - Bands wie Ash und Travis hatten anscheinend etwas gegen bösartige Livestreams.

Direkt aus dem fernen Bayern in das heimische Wohnzimmer in Norddeutschland und anderswo.

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9.8.01
Wenn der Postmann dreizehn Mal klingelt
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Jetzt neu und noch ergiebiger! Ab sofort immer donnerstags.)

Ein Horrorszenario! Man nehme einen Freitag den Dreizehnten, packe einen ungewollten Gang unter einer Leiter hindurch hinzu und garniere das alles mit einer von rechts kommenden, schwarzen Katze. Vielleicht noch ein Spiegel als Sahnehäubchen, der einem aus Versehen herunterfällt. Das bringt summa summarum mehr als zwanzig Jahre lang Pech, wenn nicht sogar noch ein wenig mehr.

Doch mich persönlich kann das alles nicht beunruhigen. Ich glaube nämlich nicht an diesen Hokuspokus und ausgemachten Humbug. Genauso gut könnte ich an den Weihnachtsmann glauben, an den Osterhasen oder aber an Mickey Maus, Goofy und die gesamte Existenz von Entenhausen.

Astrologie! Geister! Gespenster! Und Aberglaube. Das alles sind Spinnereien. Und Außerirdische mag es zwar geben, aber doch ganz bestimmt nicht in unserer allzu nahen Nähe.

Manchmal jedoch erschrecken mich diverse Kleinigkeiten, die eigentlich nur Zufall sein können. Neulich beispielsweise habe ich das Auto eines Bekannten gesehen – im Kennzeichen die Zahl „666“. Das Zeichen des Teufels! Unheimlich! Und war das vielleicht gar als Warnung zu verstehen? Steig nicht in dieses Auto, könnte mir das Nummernschild sagen wollen, steig da bloß nicht ein.

„Zufall!“, schreit mir meine Schulweisheit entgegen, „das ist einzig und allein Zufall. Fang jetzt ja nicht an, dir irgend etwas einzubilden.“

Ein paar Tage später kaufe ich in einem Supermarkt ein. Nichts Ungewöhliches. Ein paar Pizzen. Cola. Süßigkeiten. Und dann der Gang zur Kasse. Die Verkäuferin fährt die Produkte über den Barcodeleser, es piepst ein paar Mal, und dann steht er da, der erschreckende Endbetrag.

„Macht genau 13 Mark“, grinst mir die Verkäuferin entgegen. Ich erschrecke. Genau 13 Mark! Kein krummer Pfennigbetrag, der bei so gut wie jedem Einkauf auftaucht.

Aber bringt das nun Pech, oder macht mich das zu einem glücklicheren Menschen? Ich finde nirgendwo eine Antwort darauf. Nicht in Ratgebern diverser New-Age-Spinner und genauso wenig auf etlichen Internetseiten.

Hat sich noch niemand mit dem Phänomen der zu zahlenden Einkaufssummen beschäftigt? Es gibt zwar das Goldbärenorakel, das einem durch Ziehung mehrerer Gummibärchen die Zukunft weissagen soll, doch was es mit einer Exakt-13-Marks-Quittung auf sich hat, hat noch niemand untersucht.

Wahrscheinlich war es Zufall denke ich mir, und meine Schulweisheit gibt mir Recht. „Richtig so“, sagt sie mir, die Schulweisheit „es hat keine Bedeutung. Denk einfach nicht weiter darüber nach.“

Und deshalb versuche ich nun auch, nicht mehr daran zu denken. Kein Gedanke mehr an mysteriöse Nummernschilder, merkwürdige Quittungen, schwarze Katzen von rechts und Leitern, durch die man aus Versehen wandeln könnte.

Ich bin nämlich nicht abergläubisch. Ich habe zwar damit angefangen, mir eine Sammlung an Glückspfennigen anzulegen, um einer Pechsträhne vorzubeugen. Aber abergläubisch? Ich doch nicht.

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4.8.01
Und wieder schlägt der Darm Alarm
("Ey Welt!" - Die wöchentliche Kolumne. Wäre fast am Mittwoch erschienen.)

Neulich habe ich folgenden Witz gelesen: „Kommt ein Skelett zum Arzt. Sagt der Arzt: ‚Sie kommen aber reichlich spät.’“

Und wissen Sie was? Ich konnte mich wirklich gut mit dem Skelett identifizieren. Ich bin nämlich ähnlich dürr. Abgemagert. Nur noch Haut und Knoche. Mit ein wenig Phantasie sehe ich sogar ein wenig so aus wie das afrikanische Hungerkind, das ich einmal im Fernsehen gesehen habe. Wirklich.

„Iss doch mal ein bisschen mehr“, sagt meine Freundin fast jeden Tag, „ich mag es wirklich nicht, dir ständig zwischen die Knochen zu fassen.“

Und dann esse ich alles, was der Kühlschrank hergibt. Joghurts. Süßigkeiten en masse. Hackfleischbällchen. Würstchen. Schokolade. Und eine Schweinshaxe. Das stopfe ich mir alles auf einmal in meinen Magen und mäste mich so selbst.

Wie man das bei abgemagerten Gänsen halt macht – man reißt ihnen das Maul auf und stopft alles hinein, was man finden kann. Denn schließlich soll der Gänsebraten für die ganze Familie reichen. Für Mama, Papa, Oma, Opa, Bruder, Schwester muss genügend Fleisch auf den Tisch geschafft werden, damit niemand hungern muss.

Und nützt meine Fressattacke irgend etwas? Werde ich dicker? Schaffe ich es, mich zu mästen? Natürlich nicht. Dünn bleibt dünn, und was Hänschen nicht verdaut, verdaut Hans schon lange nicht mehr.

Denn kaum ist der Kühlschranksinhalt verputzt, beginnt auch schon der Verdauungsprozess. Was raus muss, muss raus, denke ich mir. Da kann man halt nichts machen.

Also ab auf´s Klo und den Mageninhalt kräftig weggedrückt. So ist nun einmal der natürliche Lauf der Dinge.

Dicklichere Menschen mögen mich jetzt beneiden, weil ich eine solch geschwinde Verdauung habe, ich aber möchte wenigstens ein bisschen fülliger aussehen. Ansonsten klingelt vielleicht wirklich bald der Leichenbestatter an meiner Tür, um zu fragen, wann er mich denn nun endlich verscharren könne.

Andererseits ist es schon eine Bereicherung, so dünn zu sein wie ich. Wenn ich beispielsweise durch die Innenstadt flaniere, drücken mir wildfremde Menschen Essen in die Hand. „Hier“, sagte einmal ein mitfühlender Mensch, „ein Salamibrötchen frisch vom Bäcker. Damit Sie nicht verhungern.“

So spare ich eine Menge Geld, und wer Essen in meiner Lage selbst kaufen würde, wäre selber Schuld.

Und die Moral von der Geschicht? Dünn bleibt dünn und schadet nicht.

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1.8.01
Click für Click ins Paradies
("Ey Click!" - Der unregelmäßige Surftipp. Unerwartet neu.)

Viva2 nervt, weil sich dieser Musiksender ständig wiederholt, wiederholt und wieder wiederholt? Und MTV spielt nicht die Musik, die man tagein, tagaus hören möchte? Und manchmal wünscht man sich mitunter, selbst Einfluss auf die Clipauswahl nehmen zu können?

Wünsche werden wahr. Die amerikanische Homepage "LaunchCast" hat alles, was man dafür benötigt. Eine große Auswahl von Pop bis Jazz bis Punk bis Country. Und jeder User kann sich durch persönliche Bewertungen und Einkreisung seines Musikgeschmacks einen eigenen Musiksender kreieren. Und Click für Click passt sich der Sender seinen eigenen Wünschen an. Einzig die Frage, inwieweit diese persönlichen Daten für die Werbewirtschaft interessant sein könnten, hinterlässt ein mulmiges Gefühl.

Meine Videoclip-Abdudel-Maschine spielt zum Leidwesen meiner Freundin viel Ska, aber auch viel Punk und Alternativsachen. Wer will, kann ja mal reinhören und mir schreiben, wie ihr meine Geschmacksverirrung findet - wenn ich doch nur wieder eine Art "Blogvoices" hätte. Und wenn der amerikanische Server nicht immer so unzuverlässig wäre - manchmal kann ich LAUNCHCast nicht richtig ansehen, weil die Übertragung verdammt schlecht ist. Meistens ist die Qualität erst ab 23 Uhr richtig gut ... manchmal aber auch schon früher.

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