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30.8.03
Josef Joffe, Chefredakteur und Herausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit", ist in die Zukunft gereist und berichtet schier Unglaubliches:

"Schröder, Gerhard, deutscher Kanzler von 1998 bis 2010. [...] Selbst der Niedergang der Deutschland AG (hartnäckige Arbeitslosigkeit, 'Schlusslicht D') konnten ihm nichts anhaben. 2003 auf 30% Zustimmung für seine SPD abgestürzt, konnte er der CDU/CSU drei Jahre später abermals den Sieg entreissen. Die Union hatte es einfach nicht geschafft, ihre Kohl-Nachfolgekrise zu lösen. Ihre Führer Merkel, Stoiber und Koch zerfleischten sich gegenseitig im Diadochenkampf. Zweitens konnte sich die im Kern sozialdemokratische CDU/CSU nie entscheiden, ob sie Sch. links oder rechts überholen sollte. Drittens sprang Anfang 2005 die so lange blockierte Konjunktur wieder an, so dass Sch. 2006 auf nur vier statt 5 Mio. Arbeitslose verweisen konnte. Doch seine Hauptaufgabe - Deutschland aus seinen rückwärtsgewandten Utopien zu lösen - konnte Sch. auch nach zwölf Jahren nicht bewältigen. Zu stark war Deutschlands korporatistisch-etatistische Ideologie, zu schwach des Kanzlers praktische Vision. 2010 zog er sich mit seiner fünften Frau in die Toskana zurück, um von dort aus als Lecturer in Modern Governance nach St. Gallen zu pendeln, wo inzwischen nur noch auf Englisch unterrichtet wurde."

Diverse Fremdworte habe ich mitzitiert, obwohl ich sie zu meiner Schande nicht verstanden habe. Den Ausflug in die Zukunft gibt es in der aktuellen Ausgabe von "Du", diesem wunderbaren, monothematischen Magazin. Thema diesmal: "Was Zeitgenossen wissen müssen. Von A-Z" - ein Lexikon, an dem 143 Autoren beteiligt waren, darunter unter anderem Axel Hacke zum Stichwort "FC Bayern", Florian Illies über "Berlin" und Willi Winkler, der sich für den Lexikoneintrag "Rechtschreibreform" verantwortlich zeigt.

Bitte nicht vom Verkaufspreis abschrecken lassen.

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24.8.03
Für Friede, Freude, Feminismus
("Ey Aktuell!" - Aktuelle Nachrichten. Glaubwürdig und seriös.)

Ohne Eier, könnte man als bemitleidenswerter Mann denken, lebt es sich besser. Zumindest scheint Frank S. (43) vom Vaginalneid befallen zu sein. "Eine Telefonistin, ein Kindermädchen, eine Schauspielerin und Schriftstellerin und eine Stewardess definieren das Land", nörgelte er. Und: "Frauen übernehmen die Vermittlung und sogar die Macht in einer zerfallenden Gesellschaft.“

Und wie Recht er hat: Als Frau wird man Talkmasterin, Buchkritikerin, Autorin, Verlagschefin – und als Mann? Doch höchstens so etwas Belangloses wie Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ganz so wie unser Nörgel-Frank.

Ernesto Rodriguez Hernandez, Bauarbeiter in Mexiko und vermutlich FAZ-Leser, konnte nach der Lektüre des Nörgel-Blablas mit der Schmach nicht mehr leben, ein Mann zu sein - so ein richtig knackiger, muskulöser, vor Schweiß triefender Mann. Erst wollte er seinen Frust ganz einfach wegtrinken. Noch ein Bier, noch einen Schnaps, vielleicht noch einen Whiskey, und dann wird es schon wieder, wird sich Hernandez gedacht haben – doch diesmal war der Seelenschmerz schlimmer, und nur Frank S. hatte ihn so weit in die Depression treiben können.

Auf der Straße torkelte der betrunkene Bauarbeiter vor zwei Elfjährige und machte ihnen ein Angebot: 200 Pesos (umgerechnet etwa 20 Dollar) versprach er den Kindern, wenn sie ihn kastrieren würden. Dann nämlich könne er "gelassener leben". Eine Frau hätte er auch nicht, heulte er den Jungs einen vor. Hernandez gab den Kindern eine Rasierklinge und ließ sie an sich herumdoktern.

Frank S.! Warst du dir deines übermannenden Einflusses überhaupt bewusst?

Es geht jedoch auch einfacher, sich seiner Probleme zu entledigen - in Brasilien reichen dafür Ohrenschmerzen. Durch die Lautsprecher eines Krankenhauses dröhnte der Name "Aldemar", und der egozentrische Waldemar de Moraes fühlte sich angesprochen - er meldete sich fälschlicherweise zur Operation. Anstatt sich jedoch um dessen Ohrenschmerzen zu kümmern, durchschnippelte ihm der Arzt die Samenleiter, und der Patient wurde sterilisiert. Statt unter das Messer des Hals-Nasen-Ohrenarztes gelegt zu werden, war er bei einem Urologen gelandet.

Und was weg ist, ist weg und kann nicht wieder ersetzt werden? Mitnichten! Die moderne Medizin macht Missgeschicke ungeschehen. So zum Beispiel bei einem 16-jährigen, russischen Jungen, der, naiv wie Heranwachsende nun einmal sein können, gegen einen Elektrozaun uriniert hatte. Ein schlimmer, männlicher Albtraum wurde für diesen armen Tropf wahr: Penisverlust! Chirurgen züchteten jedoch auf dem Arm des Jungen einen Ersatz heran, der zehn Monate lang wuchs und wuchs und wuchs, und als das Ding ausgewachsen war, brachten sie es in der Leistengegend des Unglücksraben an. Ein Hoch auf die Glanzleistungen der Wissenschaft!

Feministinnen hingegen geht die Entmannung nicht schnell genug. Irgendwann muss nun einmal ein Schlussstrich gezogen werden. Das Ziel, das sich die Weibsbilder gesteckt haben, könnte man als Agenda 2020 bezeichnen. In spätestens siebzehn Jahren, so deren Hoffnung, sollen alle Männer durch Androiden ersetzt werden.

"Frauen hätten gerne Roboter, die dazu imstande sind, alle gängigen Funktionen eines Mannes auszuführen", erklärt Dr. Pauline Fallington, die laut "Weekly World News" Standardwerke über Robotik und künstliche Intelligenz veröffentlicht haben soll – Amazon.com ist die gute Frau jedoch kein Begriff. "Sie benötigen also eine relativ primitive Maschine, die simple Konversation betreiben kann, sich für einen kurzen Zeitraum einigermaßen gut im Bett gibt, die Hausarbeit erledigt und für Sicherheit bei denen sorgt, die unglücklicherweise alleine leben", so die vermeintlich fiktive Fallington weiter.

Und die Feministin Marylin Foste, höchst wahrscheinlich ebenfalls aus dem Hirn der verantwortlichen Schreiberin entsprungen, fordert bis spätestens 2020 "männliche Kopien, die alles können, was Männer auch können, obwohl es doch auch in weniger als fünf Jahre möglich sein müsste, so etwas Simples hinzubekommen."

Eine Welt ohne Männer, so hoffe ich zumindest als Angehöriger dieser Randgruppe, bleibt bis auf weiteres Fiktion. Wer sollte denn ansonsten für das viele Chaos sorgen? Für Herzschmerztrauer und Heulanfälle? Weinkrämpfe und Nervenzusammenbrüche? Ungewollte Schwangerschaften und Erbschaften, die so winzig sind, dass sich Frauen fragen, wofür sie die letzten sechsundzwanzig Jahre überhaupt verschwendet haben. Eine Welt ohne Männer wäre wie eine Welt voller Langeweile – friedlicher vielleicht, aber dafür gähnend monoton und ohne ungeahnte Überraschungen.

Noch mehr Irrsinn:
Ausweitung der Twilight Zone
Babysitter-Boogie für bin Laden
Die ganz alltäglichen Probleme von Sargnagelfetischisten oder Der tiefere Sinn der Deutschen Bahn
"Wer wird Schafburger-King?" und andere Gesellschaftsspiele
Skandal! Kein Kaiserwetter für Kanzler Schröder.

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14.8.03
Gelesen wirkt Cherno Jobatey noch vakuumverpackter als man sowieso schon gedacht hätte:

"... Und im Angesicht einer US-Schauspielerin aus Terminator 3 geht Jobatey gar an die Grenze des anatomisch Machbaren: 'Sicherlich ist sie blond, bildschön, hat Modelmaße, 1,90 Meter groß. Davon über die Hälfte Bein.' Wenn es so wäre, wäre es nicht schön für die Frau.

In einem Interview mit der FAZ hat Jobatey mal erzählt, dass er früher Legastheniker war. Als ihm daraufhin in der Sendung Zimmer frei von den Moderatoren Christine Westermann und Götz Alsmann eine Buchstabensuppe und ein ABC-Pflaster serviert wurde, verließ er das Studio. Inzwischen scheint er wieder dazu zu stehen."

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6.8.03
Jetzt heuert al-Quaida schon Meerschweinchen an. Wem bitteschön kann man heute noch trauen?

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